Nordalpenweg

Etappe 1 – 4. September 20 – Schutzhaus Waxeneck – Mamau Wiese

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Nach zweijähriger intensiver Vorbereitung und akribischer Planung konnten wir heute endlich unsere Tour von Ost nach West über den Nordalpenweg starten…. Und haben gleich die ersten beiden Etappen gestrichen (soviel zur sorgfältigen Planung 😂). Da der Wetterdienst für Sonntag wieder einmal Regenwetter angesagt hat, wir aber unbedingt auf den Schneeberg gehen wollen, haben wir unsere Tour nicht in Baden sondern am Waxeneckhaus gestartet (Danke an Harald für den Transport. Er hat sich schweren Herzens überreden lassen, Sonjas Auto zum Weichtalhaus zu überstellen und mit dem Rad nach Mariazell zu fahren – Danke, wir wissen, wie ungern du das machst) 😘

Beim Start

Unser Start war klar, nur unser Ziel nicht, da wir viele Anfragen an diverse Hütten geschickt hatten, aber keine Antworten oder Absagen bekamen 😭. Deshalb haben wir auch das Zelt eingepackt. Während des Weges konnten wir aber dann noch im Berggasthof Maumauwiese eine Unterkunft reservieren.

Der Weg war sensationell und sehr beeindruckend. Steil abfallende Wände, Wurzelwege und Wiesenwege (diesen Weg gehen nicht viele, wir hätten eine Machete gut gebrauchen können)

Unsere erste längere Pause haben wir auf der Gauermannhütte gemacht. Coole, entzückende Hütte mit einem lustigen Wirt. Schade, dass wir zu bald für Knödel und Schweinsbraten waren. 😭 Dafür haben wir gleich einen Schnaps bekommen – Hollaröduliö

Weiter gings zum Öhlerschutzhaus. Dort haben wir unser Quartier für den nächsten Tag abgesagt (brauchen wir ja nicht, sind dann ja schon weiter) und uns eine Kaspressknödelsuppe gegönnt.

Für die Food Blogger unter euch

Immer den Schneeberg im Blick (das schaut nach vielen Höhenmetern aus 😭) geht’s weiter. Sonja rettet mich vor einer großen schwarzen Höhlenotter, vertreibt sie und führt mich an der Hand vorbei (sonst würde ich noch immer dort starr stehen 😭)

Beim Gasthof auf der Maumauwiese haben wir dann endlich den schon den ganzen Tag ersehnten Kaffee bekommen und eine warme Dusche. Die Fusserl schmerzen ganz leicht, aber wir haben heute mehr Kilometer gemacht, damit wir morgen mehr Zeit für den Aufstieg auf den Schneeberg haben.

Etappe 2 – 5. September 20- Maumau Wiese – Weichtalhaus

Das graue Tier mit dem Rüssel und die Gazelle

Da merkt man das Training. Während ich mich nach den gestrigen 30km elefantös auf allen Vieren aus dem Bett wälze, springt Sonja wie eine Gazelle vom Stockbett herunter. Auf auf, auf den Schneeberg,der schon so cool nahe ist Über den Fadensteig geht’s zum Gipfel. Super Aussicht, super Kletterei in weißen Felsen. Da macht man die 800 Höhenmeter ratz fatz.

Halb 11 standen wir schon am Gipfel, inklusive Pause auf der Fischerhütte. Man sieht es auf dem Bild nicht, aber der Gipfel ist voll verhunzt durch Satellitenschüsseln und Sender 😭

Der Abstieg ins Höllental war steil und heiß. Kein Genuss für Oberschenkel und Zehen, aber dafür fürs Auge.

Im Weichtalhaus gab es dann endlich die ersehnte Kaspressknödelsuppe – juhuuuu (eigentlich gehen wir nur deswegen wandern)

Und danke nochmals an Harald fürs Auto umstellen. Gut nur, dass ich beim heimfahren nicht auf Susi gehört habe, dann wären wir jetzt in Italien 😂

Etappe 3 – 21.5.21 – Juhu es geht weiter – vom Weichtalhaus zum Otto Schutzhaus auf die Rax

Die Hütte haben wir schon vor Monaten gebucht – wir haben unsere ganze Hoffnung in Basti fantasti 🤣 und seine Öffnungsschritte gesetzt. Leider vertragen sich eine Magen Darm Grippe und ein alpiner Steig nur bedingt. Das war heute ein mühsamer Aufstieg, aber dank Sonjas Unterstützung und vieler, vieler, vieler Pausen haben wir es geschafft. Jetzt sitzen wir ganz alleine vor dem wärmenden Ofen, weil im Zimmer frieren wir uns den A… ab. Morgen geht’s hoffentlich besser. Freuen uns schon, obwohl der Wetterbericht suboptimal ist. Aber „no matter the weather“

Etappe 4 – 22.5.21 – Vom Ottohaus zum Schneealpenhaus

Ja, jetzt wissen wir, warum wir alleine sind. Die anderen liegen sicher in der Therme. Weicheier!
Dabei hats um 5 in der Früh so ausgesehen.
Jetzt frühstücken wir erst einmal ausgiebig und hoffen, dass das Wetter besser wird.

Wetter ist nicht besser geworden, aber wurscht. Wir gehen los. Auf der Seehütte verwerfen wir unseren Plan von der Heukuppe, aufgrund des Wetters und des Sturms. Gehen jetzt über das Waxriegelhaus und von dort zum Nasskamm. Vielen Dank an Hüttenwirt Franz in derSeehütte.

Der Weg auf das Schneealpenhaus war steil und viele, viele, viele Klopausen waren notwendig.Danke an Sonja für die Geduld und die Taschentücher 😘. Strava und runtastic zeigen uns ca. 50 km heute an. Irgendwo muss ein cooler flying fox gewesen sein, den wir nicht mitbekommen haben 😂. Schneealpenhaus ist super warm und das Essen ist super gut. Auf der morgigen Etappe gehen wir durch Durchfall. Sehr passend für mich. Sonja hat schon gefragt, ob sie ein Foto von mir machen darf
Am Schneealpenhaus gab es dann noch eine sensationelle Kaspressknödelsuppe zum Abendessen
Und so schaut das Wetter jetzt am Abend aus 😩, morgen Früh soll es wieder regnen/schneien 😭

Etappe 5 – 23.5.21 – Vom Schneealpenhaus nach Tirol

Heute haben wir wieder optimale Voraussetzungen für unsere lange Etappe nach Tirol (siehe Foto unten). Es schneit, der Wind geht und es ist neblig. Juhuuuu, genau unser Wetter. Heute Abend sagt der Wetterbericht schöneres Wetter an, also hören wir auf. 😜
Na gut, dass mit dem juhuuuu nehmen wir zurück. Auch mit super Ausrüstung macht so ein Wetter keinen Spaß. Zuerst viel Schnee und schlechte bis keine Sicht- ohne die Spuren hätten wir nach dem Gipfel keine Chance gehabt den Weg zu finden. Dann hat es nicht geregnet, sondern gekübelt 🌧️. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, dass wir so schnell wie möglich absteigen, und statt 5 Stunden nur 3 Stunden im Regen zu verbringen. Waren aber trotzdem bis auf die Haut waschelnass.

Haben dann auf der Heimfahrt auch noch Harald gleich mitgenommen. Der war nämlich auch nicht in der Therme, sondern Radfahren. Also auch kein Weichei. Hut ab.

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